Go long

Archiv für Oktober, 2011

Überraschung beim 2. Millenium Tower Run Up

Das Motto - Just for fun – hab ich mir vor dem Treppenlauf schon selbst auferlegt und genau dieses wollte ich auch so umsetzen! Auf eine spezifische Wettkampfvorbereitung wurde verzichtet, das Rad- bzw. Ergometertraining musste reichen! Ich war nicht sonderlich motiviert, ob des schönen Wetters, in einem stickigen Stiegenhaus – in dem schon knapp 100 Läufer vor mir hoch liefen – einen Wettkampf zu bestreiten!

Mit wenig Zeitreserve starteten Nina und ich erst gegen 11:30 Uhr in Richtung Wien (1 Strecke ca. 180 km). Unterwegs aßen wir in St. Pölten zu Mittag – ein “fettes” Cordon Bleu als Vorbereitung war gerade optimal, wenn es um nichts geht!

Die Startnummer musste bis 14:30 Uhr abgeholt werden und der Stau durch Wien ließ mich das erste Mal nervös werden – geht sich das noch aus oder war der Weg umsonst?

Und wie es sich ausging! 14:28 Uhr hielt ich meine Startnummer in Händen – ich musste also laufen. ;-)

15:20 Uhr – mein Start wurde durch die Moderatorin angekündigt, schnell noch ein Startfoto vom Fotografen und los gings in Richtung Himmel.

Kurz noch die Daten:

  • Millenium Tower Run Up “Extrem” (3x hoch), Millenium Tower Run Up “Light” (1x hoch)
  • höchster Treppenlauf Österreichs (weil höchstes Gebäude), Nr. 27 in Europa (inkl. Moskau)
  • 202 m
  • 48 Stockwerke (Treppenlauf), gesamt 50
  • 843 Stufen
  • Weltcupfaktor 1,5

Am Anfang musste ich einen Laufrhythmus finden und ging die Sache relativ locker an. Der Respekt vor 48 Stockwerken war sehr groß. Dies sollte sich aber später noch rächen!

Ab dem 5. Stockwerk überholte ich – mit viel Rücksicht – einen Läufer nach dem anderen. Solche Überholmanöver kosten viel Schwung, Kraft und Zeit – beim nächsten Mal mach ich sicher einiges anders.

Stockwerk 42: Ich merkte, dass ich mich zu sehr geschont hatte und gab noch einmal alles.

Ohrenbetäubender Lärm hallte durch das Stiegenhaus – die Musik aus dem Zielbereich war schon zu hören.

Frischluft, Sonne, Himmel – Zielbogen!

Ein Mann mit einer Fernsehkamera eilte herbei und filmte mich – einige Leute klopften mir auf die Schulter, ich bekam die Finisher-Medaille umgehängt. Alles war irgendwie komisch! Von der Labstation mit Flüssigkeit versorgt, fuhr ich gleich wieder mit dem Lift in das Erdgeschoß.

Nina wartete schon auf mich und hatte eine sensationelle Nachricht für mich!

Bester Österreicher in der AK30!

Gesamtrang 7 und 2. Platz AK30!

Sie konnte auf einem Bildschirm die Ergebnisliste “in Echtzeit” mitverfolgen und traute ihren Augen nicht, wie mein Name erschien!

Jetzt wurde mir erst klar, warum so ein Rummel um mich war!

Das Rennen war leider noch nicht aus und so kam es wie es kommen musste! Meine verhaltene Renntaktik wurde bestraft und so rutschte ich in der AK30 auf den ungeliebten 4. Rang und in der Gesamtwertung auf den 11.

“Das einzige was blieb”: Bester Österreicher AK30.

Erst nach Recherche zu Hause registrierte ich den tatsächlichen Wert meiner Platzierung!

Die Weltelite war am Start und ich “mitten drunter”!

Sieger in meinem Bewerb wurde Fabio Ruga (Nr. 6 der Welt), 2. Rolf Majcen (Nr. 8 der Welt), 3. Lechner Norbert (Nr. 11 der Welt), 4. Teixido Xavier (Nr. 28 der Welt), 5. Alex Romagnolo (Nr. 43 der Welt).

Hinter mir blieb:

  • Nr. 1 der Welt bei den Frauen, Cristina Bonacina (15 Sekunden Rückstand)
  • Nr. 3 der Welt bei den Frauen, Kerstin Sewczyk (37 Sekunden Rückstand)

 

Vielleicht sollte ich mich mit dem Thema Treppenlauf näher auseinandersetzen – sprich Technik trainieren und spezifische Vorbereitung!

Super Wettkampf - tolle Erfahrung!

Quelle: Weltcup Stand 26.09.2011, http://www.towerrunning.com/worldcup.php


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