Go long

Archiv für November, 2011

Soll ich oder soll ich nicht? Trotz mentaler Blockade zum Sieg in Geinberg

Soll ich starten oder soll ich nicht? Der 14. Therme Geinberg Lauf stand bevor, aber so richtig dafür motivieren konnte ich mich nicht. Am Vortag packte ich meine Tasche für den Bewerb, wusste aber noch nicht, ob meine Motivation fürs Aufstehen in der Früh reichen würde.

Sonntag, 07:00 Uhr: Der Wecker läutete! Die Entscheidung war immer noch nicht gefallen.

Zu viele negative Dinge beschäftigen mich, der Fokus liegt auf andere Schwerpunkte gerichtet und nicht auf den Sport.

Meine Freundin Nina kennt mich fast schon besser als ich mich selbst. Sie trieb mich aus dem Bett - ich musste starten. Gerade in schwierigen Zeiten weiß sie ganz genau was für mich wichtig bzw. auch gut ist! In diesem Fall war es der Geinberg Lauf!

Danke mein Schatz für deine Unterstützung!

Ein schnelles Frühstück und los gings nach Geinberg.

Eiseskälte und Wind warfen meine “Kleiderwahl” über den Haufen – ursprünglich wollte ich mit einem ärmellosen Triathlon-Zweiteiler und Ärmlinge starten. Gott sei Dank hatte ich eine Laufjacke eingepackt, die sollte eigentlich nach dem Wettkampf zum Einsatz kommen. Diese Jacke ist nicht gerade “modisch” bzw. windschlüpfig (CW-Wert von einem LKW), aber ich war ja hier nicht auf einer Modenschau sondern bei einem Volkslauf!

500 Läufer gingen über verschiedene Distanzen (10 km; 5,3 km; Kinderläufe) an den Start – ich blieb meinem Jahresplan treu und nahm die Kurzdistanz in Angriff.

Startschuss!

Ich positionierte mich sofort in der Spitzengruppe und versuchte die ersten 2 km im Windschatten zu laufen. Die Strecke war sehr anspruchsvoll, hatte einige Höhenmeter und der Wind blies aus allen Rohren! Die Pace pendelte zwischen 3:20 min/km und 4:10 min/km!

Meine Taktik: In der Spitzengruppe bis Km 4 mitlaufen, nicht “überpacen” und dann eine Attacke setzen. So zumindest die Theorie.

Das Rennen entwickelte sich anders und ich musste reagieren statt agieren! Nach 2,5 km setzte sich ein Läufer ca. 20-25 m ab und ich stand vor der Entscheidung Tempo halten oder Tempoverschärfung. Entweder um den Sieg mitreden oder der Kampf um Platz 2. Die Entscheidung fiel auf volles Risiko und um den Sieg mitreden! Ich verschärfte das Tempo und konnte bergauf den Abstand zum Führenden verringern. Leider ging aus der Spitzengruppe keiner mit und ich versuchte alleine gegen den Wind aufzuschließen.

Bei Km 4 hatte ich den Führenden eingeholt, konnte aber das Tempo nicht mehr erhöhen. Der Aufholvorgang kostete mich “Körner” und mental konnte ich nicht mehr das Letzte aus meinem Körper herausholen – mentale Blockade – Sch….!!!

250 m vor dem Ziel ließ ich abreißen und wollte meinen sicheren 2. Platz “nach Hause” laufen. Als Zweiter - nach Einlaufzeit – überquerte ich die Ziellinie.

Erst auf der Ergebnisliste sah ich, dass ich der Sieger über die 5,3 km-Distanz war, da der Tagesschnellste in der Juniorenklasse und nicht bei den Erwachsenen startete. Trotzdem fühlt man sich nicht als wahrer Sieger, wenn man weiß, dass man nicht der absolut Schnellste an diesem Tag war.

“Schwamm drüber”! Ich bin froh, dass Nina meinen inneren Schweinehund besiegt hat und ich wieder ein super Ergebnis liefern konnte!

Quelle: http://www.geinberg-thermenlauf.at/ , 15. November, 12:00 Uhr


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