Go long

30. Vienna City Marathon 2013 – 2:50:15 h

10 Wochen dauerte die intensive Vorbereitung und jetzt ist er schon wieder vorbei –
der 30. VCM 2013.
Wochenumfänge von 75-110 km, einige Tempoeinheiten und Longjogs bis 37 km wurden absolviert – bei jedem Wetter.
Schnee, Eis, Regen, Dunkelheit und sehr oft starker Wind waren zwar Spielverderber, hielten mich aber nie auf. Der Wels-Halbmarathon diente als Vorbereitungslauf und wurde relativ locker – ohne Maximalbelastung – gelaufen. 20 Tage lang nahm ich fitRABBIT, Schüßler-Salze und Magnesium-Calcium Tabletten ein.

Ich kann nur eines sagen: „ES ZAHLTE SICH ALLES AUS!“

Am Dienstag, 2 Tage nach dem Marathon, hatte ich Französisch-Schularbeit. Es blieb mir nichts anderes übrig, als meine Lernunterlagen nach Wien mitzunehmen und im Hotelzimmer Französisch zu lernen.
An dieser Stelle möchte ich mich bei meinem verständnisvollen Schatz bedanken, sie akzeptiert die derzeitig schwierige Situation und unterstützt mich in allen Belangen, sogar wenn anstatt Wien-Sightseeing Lernen am Programm steht.

Samstag, vor dem Marathon, wurde noch bis spät in die Nacht „gebüffelt“, danach die letzten Marathonvorbereitungen und relativ „aufgekratzt“ gings ins Bett.
Schlafen war nicht wirklich möglich, es war extrem warm im Hotelzimmer, die Klima-Anlage kühlte nicht ausreichend und das Fenster konnte man nicht öffnen (Straßenlärm – Wagramer Straße).
In dieser Nacht schwitzte ich fast mehr als beim gesamten Marathon danach. 😉

Der Marathon-Tag

In der Früh war der Speisesaal des Hotels schon mit Marathonläufern überfüllt.
Ein absolutes Highlight des Wochenendes erlebten Nina und ich aber schon vor dem VCM.
Die kenianischen Superstars waren in unserem Hotel untergebracht, frühstückten zur selben Zeit wie wir und fuhren mit uns im Lift.

Wir kamen relativ rasch ins Gespräch mit dem späteren Sieger Henry Sugut und seinem deutschen Betreuer.
Ich erfuhr, dass die Pacemaker bis KM 30 laufen mussten und Henry eine Pace von 3:00 min/km plante – absoluter Wahnsinn!

Henry´s Betreuer: „He will chase you!“, nickte mich an und sah zu Henry. Wir mussten alle lachen.
Henry und micht trennte 1 Minute beim Marathon – auf den Kilometer aber!
Ein absolut sympathischer Bursche, dieser Henry Sugut! Beim Verlassen des Lifts wünschte ich ihm noch „Good luck!“ und konzentrierte mich dann wieder auf mein eigenes Rennen. 😉

Die letzten Vorbereitungen abgeschlossen (noch 2 Trinkbeutel fitRABBIT eingenommen), aus dem Hotel „ausgecheckt“ und los gings in Richtung Startbereich.
Dort hatte ich mich mit meinem Vereinskollegen Heinz Ressar und 2 Läufern von Mountain Matrix (Hans Pieber und Clemens Winter) verabredet.
Das Starterfeld war so riesig, dass wir uns trotz Handy nicht trafen.
Ich startete alleine und hoffte auf eine Réunion auf der Laufstrecke.

Der Marathon

Das Startprozedere war mühsam, viele langsame Läufer hatten sich falsch eingereiht und zwangen mich zu unzähligen Überholmanövern. Nach den ersten paar hundert Metern konnte ich dann einigermaßen meine Pace laufen.
Der Plan war eine 4er-Pace mit Negativ-Splitting auf der 2. Hälfte. Nach 2 km merkte ich, dass mein rechter Schuh zu locker geschnürt war.

Anfängerfehler, das gibts jetzt nicht!
So etwas ist mir in den letzten 12 Laufjahren nie passiert!

Bei KM 7 entschied ich mich stehen zu bleiben, den Doppelknoten zu lösen und den Schuh fester zu schnüren. Unnötig verlorene Sekunden! Egal, abhaken und weiterlaufen.

Ich fand einen gleichmäßigen Laufrhythmus und spulte Kilometer für Kilometer ab.
Die Sonne begleitete uns Läufer beim Sightseeing durch Wien, die warmen Temperaturen setzten aber dem Körper zu. Viele Marathonis kämpften mit Krämpfen.

Entlang der Linken Wienzeile hatten wir ein wenig Gegenwind – eine angenehme Kühlung.
Vorbei am Schloss Schönbrunn ging es die Mariahilfer Straße zurück in Richtung Rathaus.
Der Halbmarathon war einmal geschafft, die Durchgangszeit mit 1:24:43 h gerade noch im persönlichen Rahmen.

Zwischen KM 20 und 25 erhöhte ich meine Pace (Durchschnitt 3:52 min/km).

Entlang des Donaukanals führte uns die Strecke zum Ernst-Happel-Stadion, auf dem Tacho standen mittlerweile 30 KM.
Das Negativsplitting rückte in weite Ferne, die Anstrengung wurde immer größer.
Zwischen KM 25 und 35 lief ich wieder die Anfangspace.
Doch auf einmal traf ich vor dem Stadion ein bekanntes Gesicht, Heinz mein Kollege lief mir entgegen. Er war ein paar Hundert Meter vor mir.

Rien ne va plus – nichts geht mehr!

Bei KM 34 überholte ich noch Weiß Alex, der vermutlich für sein hohes Anfangstempo teuer bezahlte, und step by step kam ich Heinz näher.
Plötzlich wollte mein Kopf nicht mehr! Ständige Blicke auf meine GPS-Uhr machten es auch nicht leichter. Das Ziel wollte nicht näher kommen. Die warmen Temperaturen taten mittlerweile weh.
Ich kämpfte mich von Kilometer zu Kilometer. Nur noch 7, nur noch 6, nur noch 5…
Mittlerweile lief ich eine Pace von 4:15, teilweise 4:30!

Die letzten Kilometer auf dem Ring – die Zuschauer peitschten uns Läufer noch einmal an. Die Motivation kam wieder zurück und ich gab noch einmal Vollgas!

KM 40 – 42,195 lief ich noch einmal in 8:59 min (4:05 min/km).

Der Zieleinlauf am Heldenplatz – ein Traum!

Ich lief mit einer pB von 2:50:15 h über die Ziellinie.
Erster Gratulant war Heinz, der ein paar Sekunden vor mir ins Ziel kam.

Im Zielbereich traf ich dann auch noch auf Hans und Clemens, die auch Spitzenzeiten liefen.
Vereint posierten wir noch für ein paar Fotos und quatschten über den Marathon.

Ein absolut lässiges Erlebnis, einziger Wermutstropfen bleibt, meine Stärke (Negativ-Splitting) konnte ich dieses Mal nicht ausspielen. Es bleibt noch ein bisschen Luft nach oben! 😉

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12 Antworten

  1. Din

    Herzlichen Glückwunsch zur neuen PB! Super gemacht und unter diesen Umständen mit Lernen bis in die Nacht sensationell!

    17. April 2013 um 14:01

    • Danke Din!
      Ja war ein bisschen anstrengend.
      Jetzt hoffe ich nur, dass die Leistung bei der Schularbeit auch ganz gut war. 🙂

      17. April 2013 um 21:47

  2. Grandios, super gelaufen in jeder Beziehung – ganz herzlichen Glückwunsch trotz der vielen anderen Belastungen : JA ES ZAHLT SICH ALLES AUS.

    Sonnige, milde Grüße von ganz oben ! 😎

    17. April 2013 um 14:06

    • Danke Margitta!

      Zurzeit hab ich wirklich viele Belastungen…
      Ich denke an Juli 2014 und hoffe, dass ich dann auch sagen kann:
      JA ES HAT SICH ALLES AUSGEZAHLT! – mit dem Abi in der Tasche.

      Dann kann ich mich hoffentlich auch wieder mehr meinem Blog und der Blogger-Community widmen.

      Schöne Grüße aus dem sonnigen Süden! 🙂

      17. April 2013 um 21:56

      • Und das schaffst du auch – da bin ich sicher !! Viel Glück auf diesem harten Weg weiterhin !! 😎

        18. April 2013 um 06:15

  3. Nina

    Suuuuper Zeit 🙂
    Es war ein schöner Tag und ich bin sehr stolz auf dich!

    17. April 2013 um 14:39

    • Danke Schatz! Stimmt, es war ein schöner Tag!

      17. April 2013 um 21:57

  4. Gratuliere, schön geschrieben. Kleine Anmerkung : War nicht Donau, sondern Donaukanal.

    17. April 2013 um 15:08

    • Danke für deinen Besuch und die Gratulation!
      Du hast absolut recht, der Donaukanal und nicht die Donau – habs gerade berichtigt.
      Anscheinend war ich nach 25 km schon fertig… 😉

      17. April 2013 um 21:44

  5. Glückwunsch zu dieser Wahnsinningen Zeit (für mich).

    Viele Grüße
    Marco

    18. April 2013 um 06:59

  6. Pingback: Neue Ziele braucht der Mensch | Tom`s Sportblog

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