Go long

Neulich beim Lauftraining…

Gestern erlebte ich eine Schrecksekunde in meinem Training!

Zurzeit bereite ich mich auf einen Herbst-Halbmarathon vor und hatte einen Tempolauf auf meinem Trainingsplan – die Pace war im Bereich des geplanten Wettkampftempos.

3 km einlaufen – 6 km flott – 3 km auslaufen.

Beim Einlaufen traf ich auf einen anderen Sportler – ein Triathlet von Kopf bis Fuß in Skins gekleidet. Polar RCX5 am Handgelenk, Oakley Racing Jacket im Gesicht und einem Ironman-Sun-Visor am Kopf.

Mann sah der schnell aus!

Wir kamen relativ rasch ins Gespräch und trabten ein paar Hundert Meter nebeneinander her. 3 km waren erreicht, ich wollte mich verabschieden und meinen flotten Teil des Trainings absolvieren. Er fragte mich plötzlich, ob er nicht mitlaufen könnte und wollte wissen welches Tempo ich veranschlagt hatte. Meine Antwort: „Halbmarathon-Wettkampftempo“.

Und los gings!

Ich erhöhte schlagartig das Tempo von 5:00 min/km auf 3:40 min/km. Der Bursche neben mir keuchte und pfiff nach Km 1 schon aus dem letzten Loch. 1500 m waren gelaufen, auf einmal war er weg! Wo ist mein „Trainingskollege“? Ich bremste ab, drehte mich um und sah wie er herumtorkelte – kreidebleich im Gesicht!

„Gehts dir gut?“, schrie ich ihm zu und lief zurück. Keine Antwort.

Er war komplett fertig, dehydriert, die gestrigen Temperaturen setzten ihm zu.
Ich gab ihm meine Trinkflasche und fragte ihn nochmals: „Gehts dir gut?“

Ganz leise kam die Antwort: „Ja, ja geht schon!“

Gott sei Dank hatte er nur eine kleine Kreislaufschwäche – ich machte mir einen kurzen Moment wirklich Sorgen!

Nach einer Verschnaufpause grinste er und fragte: „Was ist eigentlich dein geplantes Wettkampftempo?“
Ich antwortete kurz: „3:40 min/km“.

Er schüttelte den Kopf und verriet mir, dass er den HM zurzeit in 1:25 laufe und mich in seiner „Pacekategorie“ eingeordnet hatte. Spätestens nach 500 m merkte er aber seine Fehleinschätzung und nach 1500 m war dann das Licht aus, erklärte er mir.

Nach einem kräftigen Schluck aus meiner Trinkflasche fragte er mich was die Aufschriften auf meinem Laufshirt bedeuten würden – ich trug mein REKON-Team-Shirt.

Rekon_3
Zum Vergrößern klicke einfach auf das Foto

Ich erklärte ihm, dass ich ein verletzungsanfälliger Läufer bin und für die Rekonvaleszenten-Sektion der NF Pucking laufe.

Er schüttelte wieder den Kopf – das T-Shirt irritierte ihn, vor allem der Rollstuhlfahrer.

„Wie schnell laufen dann bitte eure fitten Läufer, wenn du als Rekonvaleszent schon so schnell bist“?, kam die Frage.

Meine Antwort:

„Den Halbmarathon in 1:10, aber wir haben da noch 2 Radfahrer, die starten beim Race Around Austria und unser wildestes Team-Mitglied macht gerade 31x die Ironmandistanz innerhalb von 31 Tagen als Charity-Aktion für die Herzkinder.“

Entgeistert sah er mich an und sagte: „Ihr seid schon ein verrückter Haufen!“

Als es meinem Kollegen wieder besser ging verabschiedete ich mich und spulte die flotten 6 km noch herunter.

Ich glaube, wenn er das nächste Mal ein Naturfreunde-Pucking-Logo erspäht, wird er vorher nach der Pace fragen und nicht einfach davon ausgehen, dass er das Tempo leicht mitgehen kann. 😉

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8 Antworten

  1. Karin Pelzeder

    GENIAL – ich hau mich ab und du bist wieder mal der „Retter“ gewesen….

    1. August 2013 um 09:01

    • Am Anfang wars für mich gar nicht lustig, der sah nämlich wirklich nicht mehr gesund aus. Später mussten wird dann beide darüber lachen.

      Zum Schluss hatte ich dann selbst noch zu wenig in meiner Trinkflasche, er trank ja die Hälfte aus. 😉

      1. August 2013 um 09:05

  2. Lieber Thomas, schöne Geschichte,spricht nur für deinen exzellenten Trainingszustand – flotter Hirsch – sagte ich schon !! Tja, so manch einer verschätzt sich in seinen Möglichkeiten – und wird rasch mit der Realität konfrontiert – und ohne Trinken geht gar nichts, bei dem Tempo erst recht !! Wohin soll das noch führen, wenn du immer schneller und schneller wirst ❓ 😉

    1. August 2013 um 11:29

    • Danke Margitta!
      Ich konzentriere mich in den nächsten Monaten mehr auf die Schule, mein Abi steht bevor. Das Langdistanz-Training kostet zu viel Zeit, daher werde ich mich mehr auf den Halbmarathon konzentrieren.
      Eine Zeit von unter 1:19 würd mich sehr freuen!

      Außerdem darf ich nicht vergessen, dass ich sehr verletzungsanfällig bin, daher langsame Leistungssteigerung!

      1. August 2013 um 11:48

  3. Din

    Ja, also solch einen Raketenstaub, wie du ihn sicher bei deinem Tempo aufwirbelst, könnte ich auch nicht verkraften und würde ohnmächtig werden 😀

    1. August 2013 um 13:26

  4. Raketenstaub ist gut 🙂

    Ich bin gespannt, ob ich ihn heute wieder treffe 😉
    Ich habe mir echt Sorgen gemacht!

    1. August 2013 um 15:18

  5. Hallo Thomas,

    das ist ja aber auch eine Wahnsinnstempo!
    Und da sieht man es mal wieder, die Ausrüstung ist „fast“ egal 😉 Die Leistung muss man doch selber bringen…

    Grüße
    Mathias

    14. August 2013 um 11:01

    • Hallo Mathias,

      das mit der Ausrüstung stimmt. 😉

      Viele Läufer unterschätzen bei dieser Hitze das Flüssigkeitsdefizit und die damit verbundenen Probleme. Wenn ich bei Temperaturen jenseits von 30°C laufe, habe ich immer eine Trinkflasche mit, da sonst mein Hämatokritwert in die Höhe schießt.
      Ein zu hoher Hämatokritwert kann Bluteindickung verursachen, eine Thrombose hervorrufen oder sogar im schlimmsten Fall zum Tode führen.

      lg Tom

      20. August 2013 um 09:15

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